Liebe Besucherin, lieber Besucher,

herzlich willkommen im Fachinformationsportal des gemeinnützigen Vereins "Goldimplantation zur Gelenkbehandlung und Schmerztherapie e.V."!

Die Goldimplantation ist ein alternativ-medizinisches Verfahren, das von den Befürwortern dieser Methode zur Schmerzbehandlung der Gelenke bei Mensch und Tieren mit Arthrosezeichen eingesetzt wird.

Aufgrund unserer eigenen Erfahrungen und durch zahlreiche Gespräche mit Ärzten und Patienten sind wir davon überzeugt, dass die überwiegende Zahl der bisher behandelten Patienten von der Goldimplantation profitiert hat. Unsere bisher durchgeführten Befragungen und verschiedene Erkenntnisse auf diesem Gebiet sind vielversprechend.

Goldimplantation für Menschen - Alternative Behandlungsmethode für Gelenkerkrankungen - Arthritis - ArthroseDamit die Wirksamkeit der Goldimplantation für Menschen von der Schulmedizin anerkannt wird, sind über bereits vorhandene Pilotstudien hinaus Großstudien erforderlich, das heißt Studien mit mindestens 100 Patienten. Diese Studien sind ein wichtiger Meilenstein, um die Kostenübernahme für die Goldimplantation durch die Krankenkassen zu erreichen. Daher wollen wir, der Verein "Goldimplantation zur Gelenkbehandlung und Schmerztherapie - Team Ackermann" diese Großstudien mittelfristig im deutschsprachigen Bereich anregen. Dafür stehen wir im Kontakt mit Ärzten, Institutionen und Patienten und sind stets auf der Suche nach neuen Kontakten und Unterstützern aus diesen drei genannten Gruppen.

 

Zusammengefasst: Der Verein verfolgt die Ziele,

  • Informationen rund um das Thema Goldimplantation für Menschen zu sammeln,
  • Studien in Zusammenarbeit mit Ärzten zu fördern, um die Goldimplantation zur Anerkennung bei den Krankenkassen zu bringen,
  • eigene Studien zur Goldimplantation für Menschen durchzuführen und
  • eine Ausbildung von Ärzten für diese Methode zu etablieren,
  • um insgesamt mit einer effektiven und schonenden Behandlungsmethode Schmerzpatienten mit degenerativen Gelenkerkrankungen eine weitere Möglichkeit der Schmerzlinderung zu verschaffen.

Wenn Sie uns dabei unterstützen können, freuen wir uns!

Ihr Team Ackermann

 

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über:

1.   Die Geschichte der Goldimplantation
2.   Methodik
2.1 Klassische Goldimplantation
2.2 Berlock®-Implantation
3.   Vermutete Wirkungsweise der Goldimplantation
4.   Stand der Forschung
4.1 Studien zur Goldimplantation für Menschen
4.2 Kritik
5.   Kostenübernahme durch Krankenversicherungen

Goldimplantation
Die Goldimplantation ist ein Verfahren zur Schmerzbehandlung von Gelenken bei Menschen und Tieren mit Arthrosezeichen und zählt derzeit zur Alternativmedizin. Für die Wirkung an Menschen wurden erste vielversprechende Ansätze durch Pilotstudien für einige Gelenke erbracht. Zur vollen Anerkennung durch die Schulmedizin fehlen bisher noch aussagekräftige Großstudien.

1. Geschichte der Goldimplantation
1975 begann der amerikanische Tierarzt Dr. Durkes aus Marion, Indiana, Hüftdysplasien bei Hunden mit Goldimplantaten an Akupunkturpunkten zu behandeln. (1)  Mittlerweile ist die Methode bei Haustieren (Hunde, Katzen, Pferde) weit verbreitet. Für die Tiermedizin existieren derzeit ca. 20 Studien (13) , deren Forschungsergebnisse allerdings nicht als auf die Humanmedizin übertragbar gelten. Der dänische Arzt Dr. Kjerkegaard, Aarhus, hat die Goldimplantation erstmals 1996 am Menschen angewendet, bisher ca. 9.000 mal (Stand 2017). Mittlerweile wird diese Methode auch von Ärzten in Deutschland und Österreich angewendet.

2. Methodik
Für die Goldimplantation wurden unterschiedliche Methoden entwickelt, die zu verschiedenen Schulen und Traditionen der Methode sowohl bei Menschen als auch bei Tieren geführt haben. Im Wesentlichen gibt es zwei grundsätzliche Auffassungen zum Wirkmechanismus der Goldimplantation (13) : Die eine beruht auf der Hypothese, dass die Goldimplantate im Sinne eines permanenten Stimulus zu einer dauerhaften Akupunkturwirkung führen. (1) , (9) , (10)  Diese der "Goldakupunktur" zugrunde liegende Auffassung wurde von einigen Anwendern mittlerweile verlassen. Als klinisch wirksamer hat sich die Goldimplantation an den individuellen meist gelenknahen Schmerzpunkten des Patienten durchgesetzt, die vor dem Eingriff durch Palpation (Tastung) ermittelt werden. (8) Die Implantation erfolgt hier losgelöst vom Akupunkturgedanken. Hierbei liegt die Annahme zugrunde, dass die Eigenwirkung des Goldes für den schmerztherapeutischen Effekt verantwortlich ist. (11) , (12) .

In Bezug auf die Goldimplantation an den individuellen gelenknahen Schmerzpunkten haben sich bisher zwei Methoden herausgebildet: die klassische Goldimplantation und die Berlock®-Implantate.

2.1 Klassische Goldimplantation
Bei der klassischen Goldstückimplantation werden kleine zylindrische Segmente (ca. 1-2 mm) aus 24karätigem Golddraht von 1mm Durchmesser gelenknah implantiert. Die Segmente werden in lokaler Betäubung mittels einer Hohlnadel rund um das Gelenk eingebracht. Die Stücke liegen außen an der Gelenkkapsel, nicht im Gelenk. Die Anzahl schwankt je nach Gelenk zwischen 10 und 50 Stück. Die Goldsegmente bleiben nach der Operation an Ort und Stelle und wandern nicht.

2.2 Berlock®-Implantation
Ein Forscherteam der Universität Aarhus, Dänemark, legt nahe, dass die Wirkung der Goldimplantate maßgeblich durch ihre Oberflächengröße beeinflusst wird. In Folge wurden Implantate entwickelt, die aus zu Spulen gerollten, feinsten Golddrähten bestehen. Ein experimenteller Nachweis der Überlegenheit gegenüber herkömmlichen Golddrahtimplantaten steht bisher aus. Kritiker weisen auf die erhöhten Kosten der Berlock®-Implantate hin.

3. Vermutete Wirkungsweise der Goldimplantation
Grundsätzlich soll die Goldimplantation bei degenerativen, traumatischen oder entzündlichen Gelenkveränderungen wirken, die mit Schmerzen einhergehen, wie z. B. an Knie, Hüfte, Finger, Zehen, Rücken (HWS, BWS, LWS), Schulter und Sprunggelenk. Hauptziele sind die Beseitigung des Schmerzes durch Eindämmung der Entzündung und  eine Zunahme der Beweglichkeit. Mehr Beweglichkeit fördert i.d.R. den Muskelaufbau, der wiederum zur Abfederung der geschädigten Knorpelsubstanz führen kann. Die Knorpelabnutzung am Gelenk ist naturgemäß nicht rückgängig zu machen.

Goldverbindungen, vor allem Goldsalze und Natriumaurothiomalat, werden in der Rheumatologie seit Jahren als Basistherapie eingesetzt. Diese Medikamente haben jedoch teilweise erhebliche Nebenwirkungen, die sich aus der chemischen Verbindung mit komplexen Salzen ergeben. Die Salze dienen hier der Löslichkeit des Goldes, was bei der Goldimplantation nicht notwendig ist.
Auf molekularbiologischer Ebene werden verschiedene Wirkungsmechanismen des Goldes diskutiert. Als widerlegt gilt die frühere Annahme, Gold verhielte sich als Edelmetall im Körper weitgehend inert (neutral). Im Jahr 2002 gelang erstmals der Nachweis, dass es nach der Implantation von Goldteilchen in Gewebe von Säugetieren zu einer Freisetzung von Goldionen in das umlegende Gewebe kommt. (5)

Einige Studien zur Goldimplantation nehmen daher an, dass sich die Erkenntnisse aus der Forschung zu Goldsalzen auf die Goldimplantation übertragen lassen, jedoch unter Vermeidung der mit den Goldsalzen verbundenen Nebenwirkungen.
Andere Studien untersuchen gezielt die Effekte der Goldionen ohne Bezug auf Goldsalze. (12) , (14) , (15) Die lokale Einbringung von reinem Gold scheint das Immunsystem zu beeinflussen. Grundlagenstudien zeigen: Gold verhindert, dass aus den Immunzellen das Cytokin HMGB1 austritt, das die Entzündungsreaktion mit auslöst. (4) , (7)  Ferner konnte ein Forscherteam tierexperimentell Goldionen in Mastzellen (Immunzellen) und Makrophagen (Fresszellen) nachweisen. (5) Auch ein genregulatorischer, immunmodulierender Effekt von Goldionen konnte 2012 nachgewiesen werden. (6) Der exakte biochemische Ablauf der antientzündlichen Wirkung des Goldes ist jedoch noch unbekannt.

Nebenwirkungen oder Allergien auf reines Gold (Feingold) wurden bisher nicht beschrieben. Bei Goldsalzen und Goldlegierungen, wie sie in der Zahnmedizin oder bei Kunstgelenken eingesetzt werden, sind Nebenwirkungen in Form von Unverträglichkeitsreaktionen und Typ-4-Allergien beschrieben.

4. Stand der Forschung
4.1 Studien zur Goldimplantation für Menschen
Kjerkegaard hat 2011 eine randomisierte Doppelblindstudie zur Goldimplantation bei Menschen publiziert. (2) Alle Patienten litten unter Spondylarthrose der Halswirbelsäule. Durch den nicht einsehbaren Implantationsbereich im Nacken wussten die Patienten nicht, ob sie eine Gold- oder eine Placebobehandlung erhalten hatten (Verblindung). Bei dieser Studie zeigte sich bei einer Prüfung nach einem Jahr bei 16 von 24 Testpersonen eine erhebliche Abnahme ihrer Symptome innerhalb eines Jahres nach der Behandlung. Der mittlere Schmerzwert entsprechend der VAS-Skala senkte sich signifikant von 7 auf 2, und der Verbrauch von Schmerzmitteln wurde bei 2/3 der Testpersonen um über 30 Prozent reduziert. In der mit Placebo behandelten Gruppe (Setzen der Kanüle ohne Goldimplantat) erlebten lediglich 2 von 22 Testpersonen die oben genannten Verbesserungen und der mittlere VAS-Wert blieb unverändert bei 7.
Eine weitere wissenschaftliche Pilotstudie wurde von Nejrup 2008 zur Kniegelenksarthrose veröffentlicht. (3)
Ein positiver Effekt der Goldimplantation zeigt sich nach internen Nachbefragungen (Follow-ups) der behandelnden Ärzte bei gut 80% in einem Beobachtungszeitraum von derzeit 21 Jahren. (8)

4.2 Kritik
Aus Sicht der Schulmedizin wird an der Studienlage zur Goldimplantation kritisiert, dass sich die Mehrzahl der derzeit vorhandenen Studien auf Haustiere beziehen (vor allem Hunde). Die Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Veterinärmedizin auf die Humanmedizin gilt grundsätzlich nicht als zulässig. Auch beruhen die vorgeschlagenen Erklärungen der Wirkungsweise teilweise auf in-vitro-Experimenten.
Weiterhin wird kritisiert, dass es zwar Studien an Menschen gibt, die doppelblind- und placebokontrolliert durchgeführt wurden, diese jedoch eine zu geringe Anzahl an Probanden (n = 48) aufweisen. Für einen in Deutschland anerkannten Nachweis der Wirksamkeit ist eine Studiengröße von mindestens 100 Personen pro Gruppe gefordert.
Um die Studienlage zur Goldimplantation langfristig zu verbessern, hat der gemeinnützige Verein "Goldimplantation zur Gelenkbehandlung und Schmerztherapie e.V." im Jahr 2016 eine Auswertung von Patientendaten im statistisch relevanten Umfang begonnen und sich zum Ziel gesetzt, mittelfristig klinische Großstudien zu dieser Methode anzuregen. (16)

5. Kostenübernahme durch Krankenversicherungen
Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten für die Goldimplantation derzeit aufgrund noch unzureichender wissenschaftlicher Anerkennung in der Regel nicht. Eine Verbesserung der Studienlage würde auch hier eine Veränderung bewirken können. Private Krankenversicherungen haben bereits vereinzelt anteilige Kosten übernommen.

Quellenangaben

(1) Durkes, T.E.: Gold bead implants. Probl Vet Med. (1992) Nr.4, S.207-211. zurück

(2) Kjerkegaard, H., Kirkeby, r., et al: Double-Blinded, Placebo-Controlled Trial of the Pain-Relieving Effect of Gold Bead Implantation on Cervical Osteoarthritis. Med. Acup. (2011) Vol. 23, Nr.2, S.87-91 zurück

(3) Nejrup, K., Olivarius, N., Jacobsen, J.L.,  Siersma, V.: Randomised controlled trial of extraarticular gold bead implantation for treatment of knee osteoarthritis: a pilot study. Clin Rheumatol. (2008) Nr.27, S.363-369. zurück

(4) Larsen, A., et al: Gold ions bio-released from metallic gold particles reduce inflammation and apoptosis and increase the regenerative responses in focal brain injury. Histochem Cell Biol (2008) Nr.130, S.681-692 zurück

(5) Danscher, G.: In vivo liberation of gold ions from gold implants: autometallographic tracing of gold in cells adjacent to metallic gold. Histochem Cell Biol. (2002) Nr.117, S.447–452. zurück

(6) Seifert, O., Matussek, A., et al: Gene expression profiling of macrophages: Implications for an immunosuppressive effect of dissolucytotic gold ions. Journal of Inflammation (2012) Nr. 9 zurück

(7) Pedersen, M.O., Larsen, A., Pedersen, D.S., Stoltenberg, M., Penkova, M.: Metallic gold treatment reduces proliferation of inflammatory cells, increases expression of VEGF and FGF, and stimulates cell proliferation in the subventricular zone following experimental traumatic brain injury. Histol Histopathol. (2009) Vol. 24, S. 573-586. zurück

(8) Dr. Kjerkegaard, Aarhus, Dänemark, mündliche Mitteilung zurück

(9) Thoresen A. A New Method of Placing Goldimplants to Treat Hipdysplasia in Dogs. In: Proceedings of the Twenty-Second Annual International Congress on Veterinary Acupuncture. 5-8"' September 1996, Spiez/Schweiz; Hrsg. IVAS. 1996. zurück

(10) Winkler C. Vergleichende Untersuchungen von röntgenologischen sowie arthroskopischen Befunden am Hüftgelenk des Hundes. Dissertation an der Klinik für Kleintiere der Tierärztlichen Hochschule Hannover 2008 zurück

(11) Kothbauer O. Über die Implantation von Goldpartikeln zur therapeutischen Beeinflussung von schmerzhaften Prozessen im Hüftgelenksbereich von Hunden – dargestellt an drei Fallbeispielen. Tierärztl Mschr 1997; 84: 47-52 zurück

(12) Zainali K, Danscher G, Jakobsen T, Jakobsen SS, Baas J, Moeller P, Bechtold JE, Soballe K. Effects of gold coating on experimental implant fixation. Journal of Biomedical Materials Research 2009; 88: 274-280 zurück

(13) Deisenroth, A., Anwendung von Goldimplantaten zur Schmerztherapie bei der kaninen Hüftgelenksdysplasie: Eine Übersicht zu Methode, Wirkmechanismus und Wirksamkeit der Golddrahtimplantation zurück

(14) Larsen A, Kolind K, Pedersen DS, Doering P, Ostergaard Pedersen M, Danscher G, Penkowa M, Stoltenberg M. Gold ions bio-released from metallic gold particles reduce inflammation and apoptosis and increase the regenerative responses in focal brain injury. Histochem Cell Biol 2008; 130: 681–692 zurück

(15) Pedersen MO, Larsen A, Pedersen SP, Stoltenberg M, Penkowa M. Metallic gold reduces TNF - expression, oxidative DNA damage and pro-apoptotic signals after experimental brain injury. Brain Res 2009; 1271: 103-113 zurück

(16) Satzung des Vereins "Goldimplantation zur Gelenkbehandlung und Schmerztherapie e.V" - gemeinnützig anerkannt. zurück

 

 


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